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Die Türen zum Wissen – Bibliotheken in Deutschland

Goethes Bibliothek in Weimar

Goethes Bibliothek in Weimar

Das Wort Bibliothek kommt aus dem Griechischen und bedeutet eine Sammlung von Büchern, eine Bücherei. Ganz nüchtern betrachtet ist die Bibliothek eine Einrichtung, die Informationen sammelt, ordnet und für den Besucher und Benutzer verfügbar und nutzbar macht. Die meisten von uns haben schon eine Bibliothek besucht, sei es zum Lesen und Informationen suchen, zum Ausleihen von Büchern oder einfach nur, um sie zu besichtigen. Und Studenten nutzen den Zugang zu einer Bibliothek für ihr Studium.
Allein in Deutschland unterhalten die 16 Bundesländer rund 40 regionale Landes- und Staatsbibliotheken. Des Weiteren 80 Universitäts-Bibliotheken sowie über 140 Fachhochschulbibliotheken und zahlreiche wissenschaftliche Spezialbibliotheken.
Von rund 10.000 deutschen Bibliotheken befinden sind ca. 3.900 Bibliotheken in der Trägerschaft von Kommunen und Landkreisen (inkl. 99 mobiler Fahr- und 49 Musikbibliotheken), ca. 3.300 öffentliche Bibliotheken in katholischer und 800 in evangelischer Trägerschaft und rund 260 Patientenbibliotheken in Krankenhäusern.

Die Deutsche Nationalbibliothek

Zu den deutschen Bibliotheken gehören auch rund 50 Parlaments-, Gerichts- und Behördenbibliotheken und die größte Bibliothek mit Standort in Frankfurt am Main und Leipzig: Die Deutsche Nationalbibliothek. Seit 2010 befindet sich in Leipzig zusätzlich das Deutsche Musikarchiv, während in Frankfurt sich sämtliche Medienwerke in deutscher Sprache aus dem In- und Ausland und das nationalbibliografische Zentrum Deutschlands befinden. Frankfurt erfüllt die Aufgaben einer Nationalbibliothek ab dem Erscheinungsjahr 1913.
Wer behauptet, das Internet mache Bibliotheken überflüssig, liegt völlig daneben: Die 10.000 Bibliotheken in Deutschland werden im Jahr von 200 Millionen Besuchern frequentiert, die Kinos von 146 und die Fußballstadien kommen nur 17 Millionen Besucher …

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Bibliotheca Augusta – Forschungsstätte und Bibliothek

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Besucher in der Stadt Wolfenbüttel kommen nicht nur wegen eines Kräuterlikörs (der mit dem Hirsch) in die Stadt, sondern auch wegen Deutschlands berühmtester Bibliothek – der Herzog-August-Bibliothek.
Gegründet wurde die international renommierte Forschungsbibliothek im Jahre 1572 im Herzogtum Wolfenbüttel von Herzog Julius zu Braunschweig-Lüneburg (1528–1589), der 1550 in Frankreich seit seiner Jugend und während seines Studiums Bücher sammelte.
Fast 100 Jahre später und zur Zeit des Todes von Herzog August (1666) im 17. Jahrhundert bezeichnete man die Herzog-August-Bibliothek (auch Bibliotheca Augusta genannt) sogar als die berühmteste fürstliche Büchersammlung nördlich der Alpen und sie galt als achtes Weltwunder. Die Zahl der Drucke und die Sammlung mittelalterlicher Handschriften machten sie zur bedeutendsten Bibliothek in Europa und zur größten der Welt.
Herzog August war Herrscher im Schloss Wolfenbüttel, das er erst im Jahr 1643 nach Abzug der kaiserlichen Truppen beziehen konnte. Er setzte – ebenfalls wie auch Herzog Julius schon – seine Buch- und Schriften-Sammeltätigkeit fort und beschäftigte Bücheragenten in ganz Europa. Sie sollten für ihn Bücher ankaufen und ins Herzogtum nach Wolfenbüttel schicken. Herzog August erwarb jedoch keine geschlossenen Sammlungen, sondern immer nur Einzeltitel, mit denen er seine Bibliothek im Marstall ergänzte. Schon zu Lebzeiten des Herzogs wurde der Bestand durch zahlreiche Schenkungen und Nachlässe erweitert. Als der Herzog starb, war die Bibliothek auf 135.000 Titel in 35.000 Bänden angewachsenen und damit eine der umfangreichsten Büchersammlungen dieser Epoche.

Lessing als Bibliothekar

Mit dieser Büchersammlung arbeitete auch der bekannteste Bibliothekar der Stadt: Der Dichter Gotthold Ephraim Lessing. Er war ab 1770 in Wolfenbüttel angestellt und lebte bis zu seinem Tod 1781 wenige Schritte entfernt von der Bibliothek im Hofbeamtenhaus. Hier schrieb Lessing nach dem Tod seiner Frau und seinem Sohn unter anderem „Nathan der Weise“.
In der international renommierten Bibliotheca Augusta befinden sich heute rund eine Million Medieneinheiten im Bestand. Darunter Handschriften und Drucke, handschriftliche Materialien wie Urkunden, Nachlassmaterialien und Briefsammlungen. Zu den Sondersammlungen gehören u.a. Ars librorum, eine Bibelsammlung und historische Karten.

Herausragende Einzelwerke

Die Bibliotheca Augusta ist wegen ihres bedeutenden Altbestands aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit eine wichtige Forschungsstätte für die Kultur. Internationale Stipendienprogramme fördern die Forschung und regelmäßig werden wissenschaftliche Tagungen, kulturelle Veranstaltungen und Ausstellungen von überregionaler Bedeutung organisiert.
Herausragende Einzelwerke, die in der Bibliotheca Augusta aufbewahrt werden, sind zum einen das Evangeliar Heinrichs des Löwen (entstanden zwischen 1174 und 1189, höchstwahrscheinlich 1188) und griechische Handschriften des Neuen Testaments aus dem fünften und sechsten Jahrhundert.

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„Gedächtnis der Nation“ – Die Deutsche Nationalbibliothek

Das Klischee ist immer allgegenwärtig: Eine verstaubte dunkle Bibliothek und die Bibliothekarin mit Faltenrock, Spitzenbluse und einem Dutt. Bei Weitem bedienen die heutigen Bibliotheken auf der ganzen Welt auch nicht im Geringsten ein solches Klischee.
Im Gegenteil: Bibliotheken bringen Menschen zusammen, ist Treffpunkt nicht nur für Wissenschaftler, Studenten, Literaturfreunde und Bücherwürmer – hier wird im Lesesaal auch mal heftig geflirtet und sich hinter fröhlich Büchern versteckt.
Die größte Bibliothek in Deutschland ist die Deutsche Nationalbibliothek. Sie umfasst 27 Millionen Medien und beschäftigt rund 700 Mitarbeiter in Frankfurt und Leipzig. 2012 wurde das 100-jährige Bestehen gefeiert und aus dem Anlass eine Münze sowie eine Briefmarke herausgegeben.
Die Deutsche Nationalbibliothek ist das schriftliche deutsche Gedächtnis und eine Anstalt des öffentlichen Rechts, die jährlich aus dem Bundeshaushalt derzeit rund 46 Millionen Euro bezieht.

Das „Gedächtnis“ wird ständig gefüttert

Im Jahre 1912 wurde die Deutsche Bücherei in Leipzig gegründet und 1946 die Deutsche Bibliothek Frankfurt am Main. Seit 2010 ist Leipzig auch der Standort des 1970 in Berlin gegründeten Deutschen Musikarchivs und verantwortlich für die Archivierung von Musik und Tonträgern. Nachdem Deutschland wieder vereinigt wurde, fasste man 2006 beide Einrichtungen zusammen und nannte es Deutsche Nationalbibliothek.
Sie ist das „Gedächtnis der Nation“ und archiviert alles seit 1913, was einen Bezug zu Deutschland hat und stellt es der Öffentlichkeit bereit. Täglich kommen rund 1.200 Bücher und auch andere Medien dazu. Das können Sachbücher, Romane, wissenschaftliche Veröffentlichungen oder Zeitschriften, Städteführer, Kinderbücher oder auch CD-ROMs sein. Es ist einfach alles, was in der Bundesrepublik Deutschland oder auch in deutscher Sprache im Ausland veröffentlicht wird, dabei sind auch alle Übersetzungen von deutschen Werken und auch Veröffentlichungen über Deutschland in anderen Sprachen – alles wird gesammelt.
Der Auftrag zum Sammeln und Archivieren ist seit 1969 gesetzlich festgeschrieben: Jeweils zwei Exemplare einer Veröffentlichung müssen der Deutschen Nationalbibliothek zur Verfügung gestellt werden. Voraussetzung dafür ist eine Auflage mit mehr als 25 Exemplaren ein Umfang von mindestens fünf Druckseiten. Dabei ist egal, ob sie in einem Verlag erschienen sind oder nicht …

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